Begleitung am Lebensende
Gut leben bis zuletzt
Wenn ein Mensch sehr krank ist und nicht mehr gesund werden kann, verändert sich vieles. Das ist für den kranken Menschen schwer. Aber auch für die Familie, Freunde und andere nahestehende Menschen.
Oft gibt es viele Fragen. Dazu kommen Unsicherheit, Sorgen und Angst.
Bei der Begleitung am Lebensende steht der kranke Mensch im Mittelpunkt. Wichtig sind seine Wünsche, seine Bedürfnisse und das, was ihm guttut.
Auch die Angehörigen und andere nahestehende Menschen werden unterstützt.
Es geht jetzt nicht mehr darum, die Krankheit zu heilen. Es geht darum,
Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern,
das Leben so angenehm wie möglich zu machen,
eigene Entscheidungen zu ermöglichen,
und die Würde des Menschen zu schützen.
Diese Begleitung nennt man auch „Palliative Care“. Das Wort „Pallium“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Mantel“.
Die Hilfe soll den kranken Menschen und seine Angehörigen wie ein schützender Mantel umgeben.
Dazu gehören medizinische und pflegerische Hilfe. Aber auch Gespräche, seelischer Beistand und Unterstützung bei religiösen oder persönlichen Fragen.
Ein wichtiger Gedanke dabei ist:
Ein Mensch soll bis zuletzt leben können.

Auch Angehörige brauchen Hilfe
Einen sterbenden Menschen zu begleiten, kann sehr nah und wertvoll sein.
Es kann aber auch viel Kraft kosten. Körperlich und seelisch.
Niemand muss diese Aufgabe allein schaffen.
Angehörige dürfen Hilfe annehmen. Sie dürfen Aufgaben abgeben und Pausen machen.
Das kann helfen:
Aufgaben in der Familie oder im Freundeskreis verteilen,
regelmäßig eine Pause machen,
Kontakt zu anderen Menschen behalten,
offen über Angst, Erschöpfung und Überforderung sprechen,
die eigenen Grenzen ernst nehmen,
bei Fragen Fachleute um Rat bitten.
Eine Pause bedeutet nicht, dass man den sterbenden Menschen alleinlässt. Im Gegenteil: Wer auf sich selbst achtet, kann oft länger ruhig und aufmerksam für den anderen da sein.
Kinder einbeziehen

Auch Kinder merken, wenn sich in der Familie etwas verändert. Sie spüren Anspannung, Angst und Trauer.
Wenn niemand mit ihnen spricht, machen sie sich oft eigene Gedanken. Dabei können Ängste oder Schuldgefühle entstehen.
Darum sollten Kinder ehrlich informiert werden. Die Worte müssen zu ihrem Alter passen und leicht verständlich sein.
Kinder dürfen selbst entscheiden, wie viel Nähe sie möchten. Manche wollen viel dabei sein. Andere brauchen mehr Abstand.
Kinder und Jugendliche erleben Abschied, Sterben und Trauer auf ihre ganz eigene Weise.
Deshalb ist es besonders wichtig, ihre Bedürfnisse einfühlsam wahrzunehmen und sie altersgerecht in die Begleitung am Lebensende einzubeziehen.
Für den Kinder- und Jugendbereich stehen speziell geschulte Ansprechpersonen zur Verfügung, die Familien beraten, Sicherheit geben und Kinder in dieser sensiblen Situation behutsam unterstützen.
Veränderungen in den letzten Wochen und Tagen
Jeder Mensch stirbt auf seine eigene Weise. Nicht alle Veränderungen treten bei jedem Menschen auf. Auch der genaue Zeitpunkt des Todes lässt sich meist nicht vorhersagen.
Viele sterbende Menschen ziehen sich mehr zurück.
Sie schlafen länger, reden weniger und interessieren sich nicht mehr so sehr für ihre Umgebung.
Manche Menschen sind zeitweise unruhig oder verwirrt. Andere sind zwischendurch noch einmal sehr wach und klar.
Solche Veränderungen können zum natürlichen Sterben gehören.
Treten neue oder belastende Beschwerden auf, sollte man sich Rat bei einer Ärztin, einem Arzt oder einer Pflegefachkraft holen.
Essen und trinken am Lebensende

Am Lebensende haben viele Menschen kaum noch Hunger oder Durst. Der Körper braucht weniger Nahrung und kann Essen und Trinken oft nicht mehr gut verarbeiten.
Für Angehörige ist das oft schwer. Essen und Trinken bedeuten für viele Menschen Fürsorge und Leben.
Trotzdem sollte ein sterbender Mensch nicht zum Essen oder Trinken gedrängt werden.
Einfach gesagt:
Der Mensch stirbt meistens nicht, weil er weniger isst und trinkt. Er isst und trinkt weniger, weil sein Körper sich auf das Sterben einstellt.
Kleine Mengen können angeboten werden. Aber nur, wenn der Mensch das möchte und sicher schlucken kann.
Entscheidend ist, was ihm guttut.

Erinnerungen und offene Fragen
Viele Menschen denken am Lebensende über ihr Leben nach. Sie erinnern sich an schöne und schwere Zeiten.
Vielleicht möchten sie Danke sagen. Vielleicht haben sie Angst, Schuldgefühle oder den Wunsch, sich mit jemandem zu versöhnen.
Angehörige müssen nicht auf alles eine Antwort haben. Oft reicht es, zuzuhören und da zu sein.
Auch gemeinsames Schweigen kann trösten. Man muss nicht immer etwas sagen.
Glaube, Hoffnung und Sinn
Am Lebensende denken viele Menschen über den Sinn des Lebens nach. Vielleicht geht es um Hoffnung, Schuld, Versöhnung oder die Frage, was nach dem Tod kommt.
Dabei muss es nicht unbedingt um Religion gehen.
Je nach Wunsch können helfen:
Gespräche mit vertrauten Menschen,
Gebete,
Musik,
persönliche oder religiöse Rituale,
oder einfach ein stiller Moment.

Mundpflege und Durstgefühl
Am Lebensende ist der Mund oft trocken. Das kann sehr unangenehm sein.
Das Gefühl von Durst entsteht häufig vor allem durch trockene Lippen und eine trockene Mundschleimhaut.
Darum kann eine gute Mundpflege hilfreicher sein als eine große Menge Flüssigkeit.
Je nach Wunsch und Schluckfähigkeit können guttun:
Lippen und Mund vorsichtig befeuchten,
feuchte Mundpflegestäbchen oder Tupfer benutzen,
kleine Schlucke vom Lieblingsgetränk anbieten,
kleine Eisstückchen geben,
Lieblingsgetränke einfrieren,
kleine Stücke gefrorenes Obst anbieten,
Lippenpflege verwenden.
Bei Problemen mit dem Schlucken sollte vorher eine Pflegefachkraft, eine Ärztin oder ein Arzt gefragt werden.
Bei Fragen oder Unklarheiten können Sie jederzeit gerne Kontakt mit uns aufnehmen.
Ein persönliches Gespräch klärt oft mehr als ein langer E-Mail-Wechsel.
Auch wenn diese Seite mit großer Sorgfalt erstellt wurde, kann nicht jede individuelle Situation berücksichtigt werden.
Deshalb nehmen wir uns gerne Zeit für Ihr persönliches Anliegen.



